Ist Thomas Langnau noch der richtige Kapitän?

Das Spiel gegen den SV Tröbnitz am kommenden Samstag wirft seine Schatten voraus. Dennoch gilt es hier die letzten Spiele aufzuarbeiten, in diesem wie immer schonungslosen, ehrlichen und investigativen Spielbericht. Der Leser hat das Vergnügen satte 6 (in Worten sechs) Spiele Revue passieren zu lassen. Sei dabei bei diesem heißen Ritt auf der Tabellenspitze. Bevor aber der Startsch uss für die Reise in dieses Lesevergnügen fällt, gilt es noch einige eher allgemeine Themen zu klären.

Wieder mit der praktischen Printausgabe inklusive neuem Feature. Für das Lesevergnügen auf dem stillen Örtchen jetzt mit praktischer Abrisskante, falls die Sitzungspapiere nicht reichen - Der Spaß für jung und alt

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Wie sich beim 25. Schmalkaldener Volleyballturnier herausstellte, an dem eine ausgewählte USV-Delegation inklusive Javier Esteban Sembdner (vereinslos)und Robert B. (Zuspieler vom Tabellennachbar und Drittligist VSV Jena) teilnahm, war die im vorherigen Spielbericht erwähnte heiße Trommlerin doch nicht so heiß. Zumindest konnte die Erwartungshaltung der Vorort-Anwesenden aus nächster Nähe nicht erfüllt werden. Hier lässt sich nur vermuten, dass die Augen der alternden USV-Stars André M. und Heiko T. beim damaligen Spiel in Tröbnitz einen Streich spielten.

Erfreuliches ereignete sich auch auf Organisationsebene. So konnten mit den Bavaria-Kliniken Kreischa, Elektro Ing-Plan GmbH Dresden und Ingenieurbüro Steffen Dreßler 3 neue Partner für die 1. Mannschaft geworden werden. In diesem Rahmen erhielten die USV-Recken u.a. einen Satz neue Einspiel-Nickis.

Damenspiel macht muntere Männer müde

Mit der wohl schlechtesten Saisonleistung konnten die USV'ler die erste Niederlage der Saison in Erfurt am 5. Spieltag gerade so abwenden. Nachdem das Erfurter Publikum nach dem Damenspiel davor so richtig aufgeheizt war und sich dadurch bei den Gästen aus Dresden die gedankliche Müdigkeit wieder einschlich, verlor man prompt den ersten Satz. Glücklicherweise wurschtelte sich der USV, auch dank eines gut aufgelegten Robert Liebscher, durch das restliche Spiel und absolvierte die Heimreise mit 3 Punkten im Gepäck. (20:25; 25:20; 25:17; 25:17)

Starke Leistung der Betriebssportgemeinschaft Ur-Krostitzer

Der 6. Spieltag gegen den Krostitzer SV gestaltete sich auch schwieriger als gedacht. Die Betriebssportgemeinschaft der Brauerei Ur-Krostitz hielt sich wacker gegen den Tabellenführer und das obwohl, nach umfassender Recherche, einige Spieler erst aus der Nachtschicht kamen. Der USV trotzte an diesem Tag den frech aufspielenden Brauern und fuhr einen wichtigen 3:0 Sieg ein. (25:22; 25:19; 25:19)

USV watscht VC II ab

Das folgende Spiel gegen den VC Dresden II bildete den Auftakt zu den Derbywochen. Die bis dahin gut in die Saison gestarteten Bubis vom VC wollten den großen USV ärgern. Mit dem üblichen Seitenwechsel vor dem Spiel irritierte Capitano Thomas L. den gegnerischen Trainer, dass dieser scheinbar den Faden verlor. Der Trainer der VC-Jungs, bekannt durch eine ruhige, abgeklärte, sympathische Art und die Nähe zu seinen Spielern, musste mit anschauen wie seine Mannschaft im ersten Satz den Arsch versohlt bekam. Ganze 10 Punkte erreichten die Jungspunde vom Volleyclub Dresden. Diese Dominanz setzte sich im weiteren Spielverlauf fort. Die Schwächephase im 3. Satz des USV wurde aber gnadenlos ausgenutzt, so dass am Ende "nur" ein souveräner 3:1 Sieg gefeiert werden konnte. (25:10;4:25:14; 20:25; 25:15)

Kapitän Langnau wird seiner Aufgabe nicht gerecht

Den krönenden Abschluss der Derbywochen lieferte der 3:2 Sieg gegen die Mettigel vom Dresdner SSV. Nachdem die Zuschauer im Stadionheft über das mangelhafte Hack der Randdresdner aufgeklärt wurden, starte das Spiel relativ emotionslos. Zumindest hielt der USV den Konkurrenten mit einen souveränen 25:18 deutlich in Schach. Die sich einschleichende Lethargie beim Ligaprimus bestraften die Mettigel mit dem 25:16 Satzausgleich, der im 3. Satz aber wiederum von der TU pariert werden konnte. Ab dem 4. Spielabschnitt fing das Spiel an ein Derby zu werden. Die Spannungsspitze erreichte ihren Höhepunkt im Tie-Break. Als das Spiel beim Stand von 4:8 schon verloren schien, setzte Führungsspieler Robert Liebscher ein Zeichen. Er übernahm an Stelle von Kapitän Thomas Langnau Verantwortung, trat den Ball gezielt an die Hallenwand und sah dafür die rote Karte. Die 2. Schiedsrichterin Karen Priester (Name geändert), eine leidenschaftliche Rezeptesammlerin, hatte den provokanten Akt des Spielers mit der Nummer 9 haargenau gesehen und lies sich die Chance nicht entgehen dies dem ersten Offiziellen zu petzen. So dass beim Stand von 4:9 die Seiten gewechselt wurden. Doch was sie nicht wusste, mit dieser Aktion wendete der sanktionierte Spieler die drohende Niederlage ab und kitzelte den nötigen Biss aus seinen Männern. Eine Aufgabe die eigentlich in der Verantwortlichkeit des Kapitäns liegt. Nachdem sensationellen 17:15 Tiebreak-Sieg sah er diesen Fehler auch ein und lockerte darauf, als Zeichen seiner Reue, das Kabinenrauchverbot. (25:18; 16:25; 25:16; 21:25; 17:15)

Historisches Spiel ohne Highlights

Am letzten Spieltag der Hinrunde in Markkleeberg wollten die USV'ler ihre weiße Weste behalten. Die Herbstmeisterschaft war auf Grund des 3 Punktevorsprungs durch die Anzahl der Mehrsiege bereits entschieden. In einem Spiel mit hoher Fehlerquote auf beiden Seiten, konnte sich der sympathische USV mit Publikumsliebling Felix Merte durch einem 3:0 Sieg und ohne Niederlage aus der Hinrunde verabschieden. Damit schaffte man die erste fehlerfreie Hinrunde einer USV-Mannschaft seit dem legendären Jahr 1986, als die damaligen Spieler noch direkt nach der Schicht zum Auswärtsspiel gefahren sind. In diesem Zeitraum entstand auch die Begrifflichkeit des "ehrlichen Arbeitervereins".

Chewi zu freundlich

Nach der erfolgreichen Hinrunde ging es für die Unbesiegbaren zum Auftakt der Rückrunde nach Delitzsch. Hier erwartete den Ligaprimus beim Auswärtsspiel die GSVE Delitzsch II. In einem wilden Spiel musste man sich am Ende 2:3 geschlagen geben und handelte sich somit die erste Niederlage der Saison ein. Es war ein hitziges Spiel, in dem man die eine oder andere Sanktion des 1. Schiedsrichters hätte erwarten können. Doch er hielt es nicht nur optisch wie eine bekannte Fabelfigur aus einer bekannten Trilogie sondern auch in puncto Gemütlich- und Freundlichkeit. Immer wieder provozierte der Delitzscher Trainer Sebastian Steinreich den USV Publikumsliebling Felix Merte und nahm so den USV'lern den nötigen Schwung. Der 2. Schiedsrichter Petr Hessiczek (Name geändert) war an diesem Tag auf hohe Empfindlichkeit justiert und pustete nach jeder Bewegung einer Netzfaser kräftig. Auf Grund der gezeigten Leistung des USV ging die Niederlage aber vollkommen in Ordnung. 2:3 (19:25; 25:17; 22:25; 25:18; 15:5)

Im ersten Punktspiel des neuen Jahres erwartet der USV den SV Tröbnitz und lädt ab 20:00 Uhr zu Speis und Trank auf der Haydnstraße. Vielleicht sitzt die (heiße) Trommlerin ja auch mit im Auswärtsbus der Tröbnitzer…